Terror-Bilder wieder loswerden

Wer die brutalen Bilder über die Terroranschläge sieht, die einem die Medien ungefragt liefern, bringt diese kaum aus dem Kopf.

 

Es kann sein, dass – ausgelöst durch das aktuelle Ereignis – alte, unverarbeitete Erlebnisse „hochkommen“ und den Umgang mit der jetzigen Krise erschweren oder verunmöglichen.

 

Allenfalls werden "alte Geschichten" aktiviert, die sich nun ins Bewusstsein drängen.


Aus der Notfallpsychologie ist bekannt:

 

alle unverarbeiteten "dienstlichen" oder privaten (Einsatz-) Vorerfahrungen beeinflussen die Interpretation und die Reaktion auf ein Ereignis. 

 

Nur wer gut vorbereitet ist, kann also bei persönlicher Betroffenheit den Lead an die Stellvertretung weitergeben.

 

Es lohnt sich zudem, einige Zeit nach dem Ereignis die eigene Betroffenheit, die dadurch ausgelöst wurde, zu reflektieren oder in einer Supervision zu besprechen. 

 

Hinweis für Unternehmen:

  • Trennen Sie als Führungskraft Ihre Gefühle von denjenigen Ihrer Anvertrauten. 
  • Reduzieren Sie Ihre Panik mit hilfreichen Übungen. 
  • Suchen Sie Hilfe im Krisenstab. 
  • Organisieren Sie Betreuung. 
  • Strukturieren Sie die nächsten Stunden und Tage in kurzen überblickbaren Etappen
  • Beachten Sie den heiklen Umgang mit den Informationen gegen innen und aussen.
  • Dokumentieren Sie das Ereignis und werten Sie dieses nachträglich aus.

Mehr Hilfestellung aus dem Psychologischen Krisenmanagement beinhaltet der swissBUDDY® (vgl. wechselnde Screenshots)


Dennoch, die eigene Betroffenheit dürfen Sie zeigen. Es würde Mitarbeiter irritieren, wenn Sie keinerlei Gefühlsregungen oder Anteilnahme zeigen und professionelle Handlungssicherheit vortäuschen. 

 

Für die Rückkehr in den Alltag empfiehlt sich dabei Folgendes:

  • Den täglichen Entscheidungen nicht ausweichen - damit wird die Kontrolle über das Leben behalten.
  • Regelmässig und ausgewogen essen, auch wenn kein Hunger spürbar ist
  • Sport und Fitness-Training in den nächsten ein bis zwei Tagen kann etliche der körperlichen Stressreaktionen erleichtern
  • Dinge tun, die Freude bereiten
  • Die Zeit einteilen – sich nicht hängen lassen
  • Mit Menschen reden – Erzählen ist eine wirksame Heilmethode
  • Kein Alkohol oder andere Drogen nehmen, um die Gefühle zu mildern - die Gefühle kommen wieder!
  • Mit anderen im Kontakt bleiben und mit Ihnen Zeit verbringen
  • So gut wie möglich ein normales Leben weiterführen
  • Anderen Menschen helfen und über Gefühle reden
  • Sich viel Ruhe gönnen
  • Intensive Gedankenarbeit, Albträume und sich aufzwingende Erinnerungen sind normal. Sie werden mit der Zeit weniger werden und verschwinden
  • Bei Schlaflosigkeit ist es hilfreich, in diesen Stunden die gemachten Erfahrungen in ein Tagebuch zu schreiben
  • In dieser Zeit keine wichtigen Entscheidungen fällen

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Daniele (Dienstag, 17 Mai 2016 18:39)

    Toll die Anleitung auf dem Swissbuddy. Unsere Fachstelle nutzt diese direkt in der Arbeit nach schwierigen und belastenden Situationen. Wir sind froh um «unseren Swissbuddy».

    Daniele Lenzo
    Fachstelle für Gewaltprävention Stadt Zürich


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